Gesamtmetall-Präsident Rainer Dugler

"M+E-Industrie ist auf die Digitalisierung vorbereitet" - Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger in einem Interview mit der Rheinischen Post

26.08.2019
Themen

In einem Interview mit der Rheinischen Post wehrt sich Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger gegen die Vorwürfe der IG Metall, nicht genügend auf die Digitalisierung vorbereitet zu sein und zeigt sich besorgt über die aktuelle konjunkturelle Lage.

Auszug aus dem Interview

Die IG Metall wirft Ihnen dagegen vor, dass Ihre Branche nicht ausreichend auf die Umbrüche durch Digitalisierung und Mobilitätswende vorbereitet ist. Zu Recht?

Die IG Metall macht es sich sehr einfach. Anders als Jörg Hofmann sagt, beschäftigt sich jedes Unternehmen mit der Frage, mit welchen Produkten es morgen und übermorgen auf die Kunden zugehen will. Was die IG Metall da macht, ist eine Tarifkampagne, bei der sie mit den Ängsten der Beschäftigten spielt. Wenn der IG-Metall-Chef echt etwas bewegen wollte, müsste er – wie in der Baubranche oder der Chemie schon heute üblich - gemeinsam mit uns bei der Politik auf der Matte stehen und für unsere Branche streiten.

Politische Forderungen gibt es doch – etwa das Transformationskurzarbeitergeld.

Ich tue mich mit dem Vorschlag schwer, an die Rücklagen der Bundesagentur heranzugehen. Dieses Geld gehört den Beitragszahlern. Es reicht außerdem nicht aus, die Belegschaften weiterzubilden, aber nicht nach innovativen, erschwinglichen Produkten zu forschen. Stattdessen müssten wir die Standortbedingungen verbessern. Derzeit leidet die Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland unter den höchste Stromkosten, den höchsten Personalkosten, den niedrigsten Arbeitszeiten – an beiden Punkten ist die IG Metall nicht unbeteiligt – den höchsten Unternehmenssteuern und zusätzlichen Belastungen durch den Soli.

Wird der Soli in absehbarer Zeit komplett abgeschafft, so wie es der Bundesrechnungshof fordert?

Ich würde es mir wünschen.

Der Brexit, der US-Handelskrieg und die italienische Schuldenkrise – wie groß ist Ihre Zuversicht mit Blick auf die Weltkonjunktur?

Die Branche ist sehr verunsichert, die Stimmung bei den Unternehmen kippt gerade. Wir sind rezessionsgefährdet: Deswegen bräuchten wir auch deutlichere Signale, dass sich Berlin um das Wohlergehen der Wirtschaft sorgt.

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