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Norddeutsche Unternehmen in Sorge

26.11.19. Nordmetall

Norddeutsche Unternehmen in Sorge

Firmen aus der Metall- und Elektroindustrie erwarten ein schlechteres Geschäft. Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch spricht daher eine Warnung an die Gewerkschaften aus.

Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie blicken besorgt in die Zukunft. In einer Untersuchung haben 600 Firmen aus Norddeutschland die Geschäftslage so schlecht eingeordnet wie seit zehn Jahren nicht mehr. Das geht aus der aktuellen Herbst-Konjunkturumfrage des Arbeitgeberverbands Nordmetall hervor, die an diesem Dienstag vorgestellt wurde.

Besonders groß sind die Sorgen offenbar in Bremen und im nordwestlichen Niedersachsen. In der Hansestadt erwarten 42 Prozent aller befragten Unternehmen, dass sich ihre Geschäftslage im kommenden halben Jahr verschlechtern wird; in Niedersachsen ist es sogar fast die Hälfte. Damit sind sie deutlich skeptischer als die anderen Nord-Bundesländer. In Bremen wurden für das Konjunkturbarometer zwölf Unternehmen mit insgesamt mehr als 15.000 Mitarbeitern befragt; im nordwestlichen Niedersachsen waren es 35 Firmen mit rund 12.000 Beschäftigten.

„Der Konjunktureinbruch im Norden ist da“, fasst Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch das Ergebnis zusammen. So geht aus der Umfrage hervor, dass mehr als ein Drittel der befragten Firmen im nächsten Halbjahr Umsatzeinbußen erwartet; erstmals seit fast drei Jahren wollen wieder mehr Unternehmen die Mitarbeiterzahl reduzieren als sie zu erhöhen. „Dieser negative Trend zieht sich von den Flugzeug- über die Auto- bis zu Schiffbauern, vom Maschinenbau bis zu den Gießereien, nur die Elektrotechnik steht derzeit besser da“, sagt Lambusch.

Investitionen für Digitalisierung und Globalisierung

Mit Blick auf die nächstes Jahr anstehenden Tarifverhandlungen spricht Lambusch eine Warnung an die Gewerkschaften aus. „Es kann kein ‚Weiter so wie bisher‘ geben“, sagt er. „Es gibt ab sofort deutlich weniger zu verteilen in Deutschland.“ Die IG Metall habe die guten Jahre genutzt. Zur Sicherung des Standortes Deutschland und zur Bewältigung von Digitalisierung und Globalisierung seien nun Investitionen erforderlich, aber keine weitere Erhöhung der Arbeitskosten.

Die IG Metall Küste erklärt, für ein Abpfeifen der Tarifrunde gebe es keinen Grund. „Nordmetall scheint regelrecht auf einen Konjunktureinbruch zu warten“, sagt Bezirksleiter Meinhard Geiken. „In unseren Kernbereichen sehen wir keinen negativen Trend: Airbus und Co. sind über Jahre voll ausgelastet, und auch der Schiffbau ist stabil.“

Geiken und Lambusch haben über viele Jahre die Tarifverhandlungen geführt, doch im nächsten Jahr werden beiden Seiten durch neue Gesichter vertreten. Für die IG Metall Küste verhandelt der neue Bezirksleiter Daniel Friedrich, der ab der kommenden Woche offiziell im Amt ist. Auf der Arbeitgeberseite tritt erstmals Lena Ströbele von der Bremer Lürssen-Gruppe als Verhandlungsführerin an.

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