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Konjunktur und globale Krisen bremsen Zuversicht der Firmen

11.12.19. Hessenmetall

Südhessen. Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie (M+E) in Südhessen blicken zurückhaltend auf das kommende Jahr. Das ist das Ergebnis der Herbstwirtschaftsumfrage, die jetzt in Darmstadt vorgestellt wurde.

„Auch wenn wir uns gesamtwirtschaftlich nicht in einer Rezession befinden, so ist der Abwärtstrend in der südhessischen M+E-Industrie doch unübersehbar. Die aktuelle Umfrage lässt für das erste Halbjahr 2020 keine Erholung erwarten. Die allgemeine Geschäftslage verschlechtert sich und wir müssen mit Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung rechnen“, sagte Claus Lau, Vorstandsvorsitzender der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von Hessenmetall. „Die südhessische M+E-Industrie ist ein entscheidender Wachstums- und Beschäftigungsmotor. Neben der Konjunkturentwicklung und dem Strukturwandel macht uns auch die globale Großwetterlage zu schaffen. Die destruktive US-Handelspolitik sowie die ständige Gefahr eines ungeordneten Brexit sind für den globalen Abschwung verantwortlich. Wir benötigen ein geeintes Europa, das sich zum Freihandel und den liberalen Werten bekennt“, warnte Lau.

Die seit 1989 jährlich durchgeführte Untersuchung fragt nach der aktuellen Geschäfts-, Ertrags- und Beschäftigungslage in den Mitgliedsunternehmen sowie nach den Erwartungen für das nächste Halbjahr. Von den 154 Mitgliedsunternehmen beteiligten sich über 20 Prozent mit rund 12 500 Beschäftigten an der aktuellen Umfrage.

Ein Viertel mit guten Geschäften

Die allgemeine Geschäftslage bewerten 42 Prozent der Befragten als nur noch befriedigend, 35 Prozent sogar als schlecht. Lediglich 23 Prozent der Unternehmen sehen diese als gut an. Über 45 Prozent prognostizieren im nächsten Halbjahr eine Stagnation und weitere 45 Prozent eine weitere Verschlechterung ihrer allgemeinen Lage.

Umsatzentwicklung und Ertragsniveau sehen über zwei Drittel der Befragten als nur noch befriedigend oder gar ungenügend. Von weiter sinkenden Umsätzen gehen 42 Prozent der befragten Geschäftsführer aus. Einen Ertragsrückgang in den kommenden sechs Monaten erwarten 48 Prozent.

Das aktuelle Investitionsniveau bewerten 71 Prozent als ausreichend und werden dieses auch im kommenden halben Jahr halten. Bei 23 Prozent der Befragten wird das Investitionsniveau im kommenden halben Jahr zurückgehen. Das gegenwärtige Exportniveau wird mehrheitlich als ausreichend (58 Prozent) oder zu gering (29 Prozent) bewertet. Die Mehrheit erwartet ein gleichbleibendes Exportniveau (63 Prozent). Ein Viertel der Befragten rechnet mit einem Rückgang. Die Beschäftigungslage ist derzeit noch positiv. Im kommenden halben Jahr ist ein Beschäftigungsrückgang von 2,1 Prozent zu erwarten.

„Bei der derzeitigen konjunkturellen Entwicklung stehen wir vor der Herausforderung, im digitalen Wandel den Anschluss nicht zu verlieren. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es auch mit verhaltenen Investitionen möglich ist, digitale Prozesse im Unternehmen anzustoßen. Wichtig ist, unsere Fachkräfte auf diesem Weg mitzunehmen. Sie sind es schließlich, die die digitale Transformation begleiten“, sagte Achim Kopp, Geschäftsführer der Kopp Schleiftechnik mit Sitz in Winterkasten und Vorstandsmitglied der Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen von Hessenmetall.

„Wir befinden uns in einem Strukturwandel. Um diesen trotz schwächelnder Konjunktur zu bewältigen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, benötigen wir einen beschleunigten Infrastruktur- und Investitionsausbau. Hierzu zählt der flächendeckende 5-G-Ausbau ebenso wie zusätzliche Gewerbe- und Wohnflächen für Unternehmen und Fachkräfte sowie Investitionen in die Energienetze für unsere digitale Zukunftswirtschaft. Nur so wird es uns auch zukünftig gelingen, als Hightech-Region international eine Spitzenposition einzunehmen“, resümiert Dirk Widuch, Geschäftsführer der Bezirksgruppe von Hessenmetall. red

 

Der Artikel erschien am 11. Dezember 2019 online beim Mannheimer Morgen.

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