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„Rasche Verhandlungen ja, aber ohne Vorbedingungen“

30.01.20, PfalzMetall

Der tarifpolitische Vorstand von PfalzMetall hat heute Vormittag das Angebot der IG Metall beraten, zeitnah Verhandlungen über ein Zukunftspaket zu starten, um noch vor Ende der Friedenspflicht zu einem Tarifergebnis zu kommen. „Unsere Unternehmen haben sich für die rasche Aufnahme von Verhandlungen ausgesprochen. Voraussetzung ist, dass wir in die Gespräche ergebnisoffen und ohne Vorbedingungen starten“, sagt PfalzMetall-Präsident Johannes Heger. Bekanntermaßen können Arbeitgeberverbände keine verbindlichen Zusagen machen, die den Betrieben Maßnahmen zum Personalabbau, zu Ausgliederungen, zu Produktverlagerungen oder Standortschließungen untersagen.

„Wir haben das gemeinsame Anliegen, angesichts struktureller und konjunktureller Herausforderungen die Zukunft der Unternehmen und die Beschäftigung zu sichern. Deshalb greifen wir den Gedanken eines Stillhalteabkommens auf“, so Heger weiter. „Angesichts der großen Herausforderungen halten wir es für geboten, auf die altbekannten Rituale zu verzichten und ein Ergebnis innerhalb der Friedenspflicht zu erzielen.“

Die IG Metall hat das Moratorium mit konkreten Vorschlägen verknüpft. PfalzMetall wird daher in Abstimmung mit allen anderen M+E-Arbeitgeberverbänden auch Positionen zur Verhandlung stellen. Konkret sind dies sechs Punkte:

1. PfalzMetall sagt Ja zu einem echten Belastungs-Moratorium (Stillhalteabkommen) als langfristigem Commitment zwischen den M+E-Arbeitgeberverbänden und der IG Metall mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren.

2. PfalzMetall sagt Ja zu betrieblichen Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung, eine Unternehmenssicherung ist jedoch Grundvoraussetzung für wettbewerbssichere und zukunftsfähige M+E-Unternehmen in Deutschland.

3. Es ist und bleibt unternehmerische Aufgabe, den Wandel und damit Innovationen und zukünftige Geschäftsmodelle zu gestalten. Dabei werden wir die Arbeitnehmervertreter im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen selbstverständlich mitnehmen.

4. PfalzMetall setzt mit einem fixen Gesamtprozentsatz möglicher Entgeltbestandteile in einem fünfjährigen Moratorium darauf, die konjunkturell schwierige Lage betriebsindividuell zu meistern und den laufenden Transformationsprozess vor Ort zu gestalten.

5. Die schwierige Gesamtsituation der M+E-Industrie in Deutschland mit unterschiedlichen Ursachen und Ausprägungen fordert geradezu dazu auf, nicht auf einheitliche Detail-Regelungen zu setzen, sondern betriebsindividuelle Lösungsansätze vor Ort zu ermöglichen.

6. Wichtig ist und bleibt es, alle Mitarbeiter in einem Unternehmen fair und gerecht zu behandeln und nicht durch Extrazuwendungen für Gewerkschaftsmitglieder zu verunsichern und damit den Betriebsfrieden zu gefährden.

Ausgehend von diesen Positionen wird PfalzMetall gemeinsam mit den anderen Partnern der Mitte-Gruppe der IG Metall regionale Gesprächstermine in den nächsten drei Wochen anbieten.
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