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Mang: „M+E-Arbeitgeber in Hessen stehen für wettbewerbs- und beschäftigungssichernde Verhandlungen bereit“

30.01.20, Hessenmetall

HESSENMETALLs Antwort auf das von der IG Metall vorgeschlagene Stillhalteabkommen

HESSENMETALL wird gemeinsam mit den Arbeitgeberverbänden von M+E Mitte der IG Metall Bezirksleitung Mitte zeitnah Terminvorschläge für die Aufnahme von Tarifverhandlungen unterbreiten. Damit geht HESSENMETALL auf das Angebot der IG Metall ein, unmittelbar in regionale Verhandlungen zu einem Zukunftspaket einzusteigen, um vor Ende der Friedenspflicht zu einem Tarifergebnis zu kommen. „Wir erwarten, mit der IG Metall ergebnisoffen und ohne Vorbedingungen ins Gespräch zu kommen“, erklärte Wolf Matthias Mang, Vorstandsvorsitzender von HESSENMETALL, am Donnerstag im Anschluss an eine Präsidiumssitzung unseres Dachverbandes Gesamtmetall.

„HESSENMETALL stimmt mit der IG Metall überein, dass angesichts der Konjunkturkrise und des Strukturwandels der Metall- und Elektro-Industrie der Fokus auf der Zukunftssicherung der Unternehmen und der Beschäftigungssicherung liegen müsse. Daher ist es richtig, wenn die IG Metall auf die sonst üblichen Rituale in Tarifauseinandersetzungen verzichtet“, so Wolf Matthias Mang weiter. Allerdings dürfe die IG Metall, wenn sie es ernst meine, diese Bereitschaft nicht an überzogene oder unerfüllbare Erwartungen knüpfen. Bekanntermaßen können Arbeitgeberverbände z.B. keine verbindlichen Zusagen machen, die den Betrieben Maßnahmen zum Personalabbau, zu Ausgliederungen, zu Produktverlagerungen oder Standortschließungen untersagen.

„HESSENMETALL sieht – in Abstimmung mit allen anderen Metall- und Elektroarbeitgeberverbänden in Deutschland – die von der IG Metall mit dem Angebot eines Stillhalteabkommens vorgebrachten Vorgaben als Themenvorschläge für die anstehenden Tarifgespräche, in die unsererseits Anliegen, über die wir mit der IG Metall nun ins Gespräch kommen wollen, ebenfalls eingebracht werden“, so Mang weiter.

Konkret benennt HESSENMETALL sechs Punkte:

1. HESSENMETALL sagt Ja zu einem echten Belastungs-Moratorium (Stillhalteabkommen) als langfristigem Commitment zwischen den Metall- und Elektroarbeitgeberverbänden und der IG Metall mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren.

2. HESSENMETALL sagt Ja zu betrieblichen Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung, eine Unternehmenssicherung ist jedoch Grundvoraussetzung für wettbewerbssichere und zukunftsfähige M+E-Unternehmen in Deutschland.

3. Es ist und bleibt unternehmerische Aufgabe, den Wandel und damit Innovationen und zukünftige Geschäftsmodelle zu gestalten. Dabei werden wir die Arbeitnehmervertreter im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen selbstverständlich mitnehmen.

4. HESSENMETALL setzt mit einem fixen Gesamtprozentsatz möglicher Entgeltbestandteile in einem fünfjährigen Moratorium darauf, die konjunkturell schwierigeLage betriebsindividuell zu meistern und den laufenden Transformationsprozess vor Ort zu gestalten.

5. Die schwierige Gesamtsituation der M+E-Industrie in Deutschland mit unterschiedlichen Ursachen und Ausprägungen fordert geradezu dazu auf, nicht auf einheitliche Detailregelungen zu setzen, sondern betriebsindividuelle Lösungsansätze vor Ort zu ermöglichen.

6. Wichtig ist und bleibt es, alle Mitarbeiter in einem Unternehmen fair und gerecht zu behandeln und nicht durch Extrazuwendungen für Gewerkschaftsmitglieder zu verunsichern und damit den Betriebsfrieden zu gefährden.

Ausgehend von diesen Positionen ist HESSENMETALL bereit, die Überlegungen der IG Metall aufzunehmen und unverzüglich in Gespräche auf Ebene von M+E Mitte einzusteigen. Dazu werden regionale Gesprächstermine innerhalb der nächsten drei Wochen seitens der Arbeitgeberverbände von M+E-Mitte angeboten.
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