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DIE IG METALL SAGT:

"Auch im Automobilbereich gibt es einen Rückgang, der aber mit dem Maschinenbau nicht im Ansatz zu vergleichen ist."

Roman Zitzelsbeger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg

FAKT IST:

Er hat recht. Denn der Rückgang im Automobilbau ist viel größer: Produktion 2019: minus 11,6 Prozent (zum Vergleich: Maschinenbau minus 3,4 Prozent).  

DIE IG METALL SAGT:

"Begriffe wie Krise oder Rezession sind nicht angesagt."

Thorsten Gröger, Bezirksleiter IG Metall Niedersachsen

FAKT IST:

Das sehen die Betriebsräte der IG Metall anders: „Handelskonflikte, Brexit und die schwächelnde Konjunktur machen uns zu schaffen. Die Auftragseingänge gehen zurück, viele Betriebe melden bereits Kurzarbeit an." schreiben sie in einem Aufruf an die Bundesregierung. Und: In der M+E-Industrie sinken Produktion und Auftragseingänge seit über einem Jahr: damit ist die Rezession keine Interpretation, sondern Tatsache. 

DIE IG METALL SAGT:

"Ein großer Teil macht nach wie vor gute Geschäfte und wir befinden uns definitiv nicht in einer Krise."

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg 

FAKT IST:

Die IG Metall-Betriebsräte stellen die Lage etwas anders dar. In einem Aufruf an die Politik schreiben sie: "Viele unserer Betriebe stehen vor großen Herausforderungen: Handelskonflikte, Brexit und die schwächelnde Konjunktur machen uns zu schaffen. Die Auftragseingänge gehen zurück, viele Betriebe melden bereits Kurzarbeit an. Hinzu kommt der Strukturwandel in unseren industriellen Wertschöpfungsketten – von der Stahlbranche über den Maschinenbau bis zu den Automobilherstellern und den Zulieferern. Der Umbau zur klimafreundlichen Industrie hält uns alle in Atem. Viele Arbeitsplätze werden verschwinden, andere neu entstehen. Die Lage ist unübersichtlich, Zukunftsängste treiben unsere Kolleginnen und Kollegen um." 

DIE IG METALL SAGT:

"Mit Blick auf die Tarifrunde bedeutet das, dass die Realeinkommen gesichert werden und die Kaufkraft der Beschäftigten gestärkt wird."

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg 

FAKT IST:

Die kommende Tarifrunde 2020 ist besonders anspruchsvoll: Die Branche befindet sich in einem besonders schwierigem Umfeld. Sie steckt in einer Rezession, muss gleichzeitig aber auch den Strukturwandel bewältigen. Das kann uns gelingen, wenn wir gemeinsam weiterdenken. 
Wenn die IG Metall mitten in einer Rezession möchte, dass die Mitarbeiter noch mehr Geld in der Tasche haben, wäre das eine weitere Belastung für die Unternehmen. 
Gleichzeitig können wir die Arbeitsplätze nicht als Industriemuseum konservieren. Wir müssen stattdessen dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze von morgen in Deutschland entstehen. Wenn der Standort wettbewerbsfähig ist, sind wir von hier erfolgreich, dann wachsen hier auch neue Arbeitsplätze nach, wo alte weggefallen. Das ist das zentrale Thema der Tarifpartner nicht nur in dieser Tarifrunde, und dieses Prinzip sollte bei allen unterschiedlichen Positionen in der Sache die gemeinsame Leitlinie der Tarifrunde 2020 werden. 

DIE IG METALL SAGT:

"Der private Konsum als Wachstumsbeitrag muss als Pfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie gestützt werden."

IG Metall NRW

FAKT IST:

Die Arbeitnehmer in der M+E-Industrie verdienen im Durchschnitt mehr 58.000 Euro im Jahr. Hier gibt es keinen Nachholbedarf. Wohl aber bei der Wettbewerbsfähigkeit im Export. Die Konsumfreude der privaten Haushalte hängt vor allem an der Zuversicht der Arbeitnehmer, die keine Angst um ihre Arbeitsplätze haben. Wenn die IG Metall möchte, dass die Arbeitnehmer mehr Geld zur Verfügung haben, wäre es sinnvoller, gemeinsam beim Gesetzgeber für mehr Netto vom Brutto zu werben.

DIE IG METALL SAGT:

"Wir befinden uns in keiner handfesten Krise – und schon gar nicht in einer, die mit der Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren vergleichbar wäre."

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg

FAKT IST:

Das stimmt. Damals gab es eine reine Konjunkturkrise, diesmal haben wir zusätzlich auch einen Strukturwandel zu bewältigen. Damit die Arbeit von morgen entsteht, müssen wir wettbewerbsfähig sein. Wenn wir wettbewerbsfähig sind, sind wir erfolgreich. Mit Erfolg entstehen neue Arbeitsplätze. Wettbewerbsfähigkeit ist kein unabwendbares Schicksal, dafür tragen alle Verantwortung: Unternehmer mit innovativem Unternehmergeist, die Bundesregierung mit den Rahmenbedingungen, aber auch die Gewerkschaften mit ihren Tarifbedingungen. 

DIE IG METALL SAGT:

"Mit Blick auf die Meldungen aus den letzten Monaten gewinnt man den Eindruck, die Unternehmen würden sich einen Wettbewerb liefern, wer wie viele Stellen streicht."

Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter IG Metall Baden-Württemberg

FAKT IST:

Die IG Metall weiß ganz genau, dass der Strukturwandel Veränderungen erzwingt. Da die Gewerkschaft in den Aufsichtsräten der Aktiengesellschaften sitzt, weiß sie auch, dass kein Unternehmen leichtfertig Arbeitsplätze abbaut. Wenn ein Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert, muss ein Unternehmen auf neue Produkte oder Geschäftsmodelle setzen. Wäre das nicht so, würden heute noch Zehntausende Mitarbeiter Röhrenfernseher herstellen, die niemand kauft. 

DIE IG METALL SAGT:

"Es braucht die gesamte Wertschöpfungskette hier bei uns." 

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender IG Metall 

FAKT IST:

Dann sollte die Gewerkschaft darüber nachdenken, warum diese nicht hier ist. Jedes Produkt muss Käufer finden. Wenn die Kunden den notwendigen Preis nicht zu zahlen bereit sind, spielen die Kosten unvermeidlich eine Rolle.

DIE IG METALL SAGT:

"Die Arbeitgeber verkaufen die Beschäftigten für dumm, indem sie Konjunkturschwächen und Transformation vorschiebt, wo es schlicht um Gewinnmaximierung geht." 

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender IG Metall 

FAKT IST:

Wenn eines in den vergangenen Jahren maximiert wurde, dann die Tariferhöhungen. Aber wir werden den Strukturwandel nur gemeinsam bewältigen können. Dazu müssen wir gemeinsam weiterdenken. Die IG Metall weiß ganz genau, dass für einen erfolgreichen Strukturwandel enorme Investitionen notwendig sind. Das Geld dafür muss erst einmal verdient werden.   

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