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Antwort auf die Empfehlung des IG Metall-Vorstands zu vorgezogenen regionalen Tarifverhandlungen

04.02.20, Südwestmetall

Dr. Wolf: „Das Coronavirus hat vermutlich drastische Auswirkungen auf unsere Unternehmen. Dies muss in den anstehenden Verhandlungen berücksichtigt werden.“

Südwestmetall begrüßt, dass die IG Metall Baden-Württemberg die zügige Gesprächsbereitschaft des Verbands positiv erwidert. „Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass beide Seiten in den Gesprächen ihre jeweiligen Positionen noch einmal klar ausformulieren, erläutern und man dann zügig zu einem Ergebnis kommt“, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Dr. Stefan Wolf am Dienstag in Stuttgart. Wichtig sei in diesem Prozess vor allem, nicht unentwegt auf unerfüllbare Forderungen zu pochen.

Verwundert zeigte sich Wolf darüber, dass die IG Metall in ihrer Mitteilung vom heutigen Dienstag die momentanen Entwicklungen rund um das Coronavirus und dessen Folgen gänzlich ignoriert. „Das Coronavirus legt momentan die gesamte chinesische Wirtschaft lahm und die konkreten wirtschaftlichen Folgen sind bislang völlig unklar. Gesichert ist jedoch die Tatsache, dass es in nahezu allen Werken in der Region um Wuhan und auch darüber hinaus zu Produktionsverzögerungen und -ausfällen kommt“, sagte er. Viele Firmen haben das chinesische Neujahrsfest verlängert und bleiben geschlossen, nach den neuesten Erkenntnissen könnte die Beschränkung sogar bis zum 17. Februar verlängert werden – voraussichtlich mit folgenschweren Auswirkungen für die Unternehmen auch in Baden-Württemberg.

Auch der Baltic Dry Index, ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern auf Standardrouten, aus dem man Rückschlüsse auf die Nachfrage nach Rohstoffen ziehen kann, ist dramatisch gesunken. „Momentan werden nur noch wenige Rohstoffbestellungen aufgegeben. Sobald die Vorräte abgebaut sind, steigt die Gefahr, dass die komplette Verarbeitung zum Erliegen kommt – nicht nur in China, sondern global“, so Wolf.

Speziell die Automobilindustrie ist vom Virus betroffen. „Rund ein Drittel der deutschen Fahrzeuge sind für den chinesischen Markt bestimmt und werden teilweise aus deutschen Werken nach China exportiert. Die Folgen des Virus könnten sich damit auch auf Standorte außerhalb der Volksrepublik auswirken. Und damit auch auf die Unternehmen in Baden-Württemberg“, warnte der Südwestmetall-Vorsitzende. „Je länger das Virus grassiert, desto größer ist die Gefahr, dass dadurch Lieferketten unterbrochen werden. Die Auswirkungen auf den Welthandel und auch auf unsere Unternehmen im Südwesten wären dramatisch. Auch hierauf muss in den anstehenden Tarifverhandlungen Rücksicht genommen werden.“
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