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Tarifpartner im Norden schnüren Corona-Krisentarifpaket

24.03.20, Nordmetall

Die Tarifpartner der Metall- und Elektroindustrie im Norden haben im Eiltempo auf die Corona-Krise reagiert und am Montagabend ein umfassendes Vertragspaket geschnürt. Danach wird der bisherige Tarifvertrag bis Ende 2020 ohne Entgelterhöhungen fortgeschrieben. Im Gegenzug werden tarifliche Instrumente zur Abfederung sozialer Härten geschaffen, etwa ein betrieblicher Finanzierungstopf, der mit bis zu 350 Euro pro Vollzeitbeschäftigtem gefüllt wird und Kurzarbeit unterstützen soll, außerdem Vereinbarungen zur Bewältigung von Engpässen in der Kinderbetreuung und zum Umgang mit Unterauslastung und Beschäftigungsausfällen. Zudem werden wegen der Corona-Krise die Ende Januar vereinbarten neuen Nachtarbeitszuschläge bis zum September 2020 ausgesetzt - für all jene Unternehmen, die fristgerecht eine Kompensation beantragt hatten. Diesem Verhandlungsergebnis, das weitgehend der Einigung aus Nordrhein-Westfalen entspricht, müssen die Mitgliedsunternehmen von NORDMETALL bis Ende dieser Woche zustimmen.

Lena Ströbele, Tarif-Verhandlungsführerin von NORDMETALL: „Es geht jetzt darum, in der Corona- Krise für die Metall- und Elektroindustrie im Norden schnellstmöglich klare Verhältnisse zu schaffen. Wir haben in den Verhandlungen alles dafür getan, um unsere Unternehmen zu entlasten und Arbeitsplätze und Einkommen zu stabilisieren. Deshalb hat NORDMETALL nach Rückkopplung mit seinen Gremien das Verhandlungsergebnis aus Nordrhein- Westfalen im Eiltempo übernommen.“

Die Arbeitgebervertreterin betont weiter, dass dieses Paket Betrieben und Beschäftigten die nötige Flexibilität gibt, um angemessen auf die Krise zu reagieren: „Arbeitgeber und Gewerkschaft hier an der Küste sind sich einig, dass sich die Unternehmen in den nächsten Wochen und Monaten mit höchster Priorität darauf konzentrieren müssen, Lieferketten wiederherzustellen, Produktionsausfälle aufzuholen und die Verluste so weit wie möglich wettzumachen.“ Die durch die Corona-Krise unterbrochenen Gespräche zur Bewältigung der Transformation seien daher bis auf weiteres ausgesetzt, würden aber wieder aufgenommen, sobald die Krise abgeklungen ist und die Betriebe zu einem Normalzustand zurückgekehrt sind, kündigte Ströbele an. „Die Sozialpartnerschaft hat sich in der aktuellen Krise bewährt, und ich bin sicher: Auch die künftigen großen Herausforderungen werden wir nur gemeinsam bewältigen.“
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