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Tarifabschluss der Metall- und Elektro-Industrie in Nordrhein-Westfalen - vbm Gremien beraten in Bayern

20.03.20, vbm

Unter dem Einfluss der Coronakrise haben die Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektro-Industrie in NRW gestern Abend einen Tarifabschluss zur Beendigung der Tarifrunde 2020 erzielt. Es wurde eine Erklärungsfrist bis zum 27. März 2020 vereinbart. Der vbm wird diesen Abschluss jetzt in seinen zuständigen Gremien beraten und entscheiden, ob Bayern einer Übernahmeempfehlung von Gesamtmetall zustimmen wird. Die Entscheidung wird spätestens am Dienstag, den 24. März 2020, erfolgen.

Das Tarifergebnis umfasst folgende Eckpunkte:
1. Die Entgelttabellen und Ausbildungsvergütungen erhöhen sich nicht.

2. Es gilt eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2020.

3. Die Arbeitgeber leisten einen Finanzierungsbeitrag in Höhe von 350 Euro pro Arbeitnehmer, der grundsätzlich nicht individuell zur Auszahlung kommt, sondern kurzarbeitsbedingte Härtefälle abmildern soll. Dieser Betrag kann auf freiwillige Zuzahlungen zum gesetzlichen Kurzarbeitergeld angerechnet werden. Dieser Betrag kann entsprechend der Regelung zum tariflichen Zusatzbetrag (T-ZUG B) differenziert werden. Nur für den Fall, dass weder eine Verrechnung mit Zuzahlungen zur Kurzarbeit noch eine Differenzierung erfolgt, ist der Betrag von 350 Euro an die Arbeitnehmer zusammen mit dem anteiligen 13. Monatseinkommen 2020 auszuzahlen.

4. Zur Unterstützung der Betreuungssituation wegen Schul- und Kitaschließungen bei Kindern bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres wurde folgende Regelung für betroffene Eltern in der aufgeführten Reihenfolge vereinbart:− Verwendung des Resturlaubs − Einsatz der tariflichen acht Freistellungstage − Nutzung eines Zeitkontos Nach Ausschöpfung der vorgenannten selbstfinanzierten Maßnahmen erhalten die Arbeitnehmer fünf bezahlte Freistellungstage.

5. Bei Vereinbarung von unbezahltem Urlaub zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kann der Entgeltausfall durch vorzeitige Auszahlung von Sonderzahlungen ausgeglichen werden.

6. Die Betriebsparteien können durch freiwillige Betriebsvereinbarung die kollektive Wandlung des tariflichen Zusatzgeldes (T-ZUG A) in Freistellungszeit ermöglichen. Anspruchsberechtigte (Schicht / Pflege / Eltern) erhalten 8 Tage, nicht Anspruchsberechtigte erhalten 6 Tage.

7. Wiederinkraftsetzung des TV Zukunft in Arbeit (TV ZiA) mit der Möglichkeit der Zwölftelung der tariflichen Einmalzahlungen (erhöhtes Urlaubsentgelt sowie anteiliges 13. Monatseinkommen) bei Kurzarbeit zur Senkung der Remanenzkosten ab dem ersten Tag der Kurzarbeit. Dies kann nur mit freiwilliger Betriebsvereinbarung erfolgen und führt in diesem Fall zu einer Beschäftigungssicherung. Im Anschluss ist eine erweiterte Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich möglich.

8. Fortschreibung der Nichtweitergabe der Sozialversicherungsbeiträge bei Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersvorsorge und altersvorsorgewirksamen Leistungen.
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