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Brossardt: „Auftragseingänge und Produktion klar im Minus“

18.02.20, bayme vbm

Rezession in der bayerischen M+E Industrie verfestigt sich

Die Produktion in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) ist im vierten Quartal 2019 um 0,4 Prozent gegenüber dem dritten Quartal gesunken. Das melden die bayerischen M+E Arbeitgeberverbände bayme vbm. „Das ist das siebte Quartal in Folge mit rückläufigen Produktionszahlen. Mittlerweile liegen wir nur noch auf dem Niveau von 2013. Ohne Wachstumsanreize und die Mithilfe des Sozialpartners, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu fördern, wird es für den M+E Standort Bayern zunehmend schwieriger“, kommentiert bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Im Jahresdurchschnitt 2019 lag die Produktion in der bayerischen M+E Industrie um 6,4 Prozent niedriger als 2018. „Besonders betroffen sind die PKW-Hersteller und deren Zulieferer: Die Produktion ist um ein Sechstel zurückgegangen, das macht uns ernsthafte Sorgen“, so Brossardt.

Der Abschwung in der M+E Industrie setzt sich fort. Ein Rezessionsende ist nicht in Sicht. So liegen die Auftragseingänge im Jahresdurchschnitt 2019 um 4,1 Prozent unter dem Niveau von 2018. Die inländischen Bestellungen sind mit einem Rückgang um 6,3 Prozent gegenüber 2018 deutlich stärker gesunken als die ausländischen Bestellungen mit einem Rückgang um 3,5 Prozent. „Wir brauchen daher in der kommenden Tarifrunde einen maßvollen und mittelstandsgerechten Abschluss. Wir müssen wieder zu einer produktivitätsorientierten Lohnpolitik zurückkehren und zugleich mehr betriebliche Flexibilität ermöglichen. Nur so können unsere Unternehmen die Rezession überstehen und weiterhin für Beschäftigung und Wohlstand sorgen“, sagt Brossardt.

Zeitgleich beginnt ein Beschäftigungsrückgang in der M+E Industrie. Seit Juli letzten Jahres ist die Beschäftigtenzahl in der bayerischen M+E Industrie saisonbereinigt um 4.300 auf 869.000 Personen gesunken. „Bis zum Jahresende 2020 erwarten wir einen weiteren Beschäftigungsrückgang. Wir müssen den Verlust unserer Wettbewerbsfähigkeit jetzt stoppen. Mit einem ‚Weiter so‘ gefährden wir hingegen industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung“, kommentiert Brossardt.
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