fbpx

Tarifabschluss in der Metall- und
Elektro-Industrie 2020 

Am 19.03.2020 haben die  Metall-Tarifvertragsparteien in Nordrhein-Westfalen, Metall NRW und IG Metall NRW, eine Einigung für die Tarifrunde 2020 in der Metall- und Elektro-Industrie erzielt.  Diese sieht vor, den gekündigten Tarifvertrag bis zum 31.12.2020 wieder in Kraft zu setzen sowie neue tarifliche Instrumente zur Abfederung sozialer Härten, zur Bewältigung von Engpässen in der Kinderbetreuung und zum Umgang mit Beschäftigungsausfällen in dieser außergewöhnlich schwierigen Situation zu schaffen. 

Am 25.03.2020 hat der Tarifpolitische Vorstand von Gesamtmetall einstimmig beschlossen, die bundesweite Übernahme des Tarifabschlusses  aus Nordrhein-Westfalen zu empfehlen. Dabei gilt es, die regionalen Besonderheiten zu berücksichtigen. Nochmals bekräftigt wurden die vorigen Beschlüsse zur Arbeitszeit Ost. 

Das Wichtigste zum M+E-Tarifabschluss 2020 in aller Kürze: 

Tarifvertrag: 
Der bereits gekündigte Tarifvertrag wird bis Ende 2020 seine Gültigkeit behalten. 

Zusammenhalt: 
Am wichtigsten ist, dass wir die Corona-Krise auch wirtschaftlich überstehen. Kurzarbeit hilft dabei, kann aber auch zu sozialen Härten führen. Der Tarifvertrag sieht die nötigen Schritte vor, um diese abzuwenden. Pro Vollzeitstelle stellt ein Unternehmen 350 Euro zur Verfügung. Über die Verwendung entscheiden die Betriebsparteien, damit diejenigen Unterstützung bekommen, die sie auch wirklich brauchen. 

Beschäftigungssicherung: 
Der auf freiwilliger betrieblicher Basis umsetzbare Tarifvertrag ZiA (Zukunft in Arbeit) aus dem Krisenjahr 2010 wird modifiziert wieder in Kraft gesetzt. So lassen sich die tariflichen Remanenzkosten (Kosten der Kurzarbeit fürs Unternehmen) ab dem ersten Tag der Kurzarbeit senken, wenn im Gegenzug Beschäftigungssicherung gegeben wird. 

Kinderbetreuung: 
Beschäftigte, die Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres zu betreuen und alle anderen Maßnahmen schon ausgenutzt haben (bestehende staatlich finanzierter Freistellungszeiten, Verbrauch von Resturlaub aus dem Jahr 2019, Abbau von bestehenden Guthaben auf Arbeitszeitkonten, Aufbau von maximal 21 „Negativstunden“ auf Arbeitszeitkonten, Nutzung von bereits für das Jahr 2020 genehmigter freier Tage statt T-ZUG (A)), bekommen 5 zusätzlich bezahlte Tage frei. 

Freie Tage: 
Die Betriebsparteien können in gegenseitigem Einvernehmen unter Wegfall der tariflichen Sonderzahlung T-ZUG (A), freie Tage mit ungekürzten laufenden Bezügen verpflichtend für alle Beschäftigten anordnen (je nach Beschäftigtengruppe 8 oder 6 Tage). 

Dieser Tarifabschluss wird helfen, die Metall- und Elektro-Industrie durch die schwierigen Zeiten zu bringen. 


Weitere Informationen: 

Metall MRW: 
Metall-Tarifvertragsparteien in Nordrhein-Westfalen erzielen Einigung für Tarifrunde 2020. Lesen Sie hier


Gesamtmetall: 
Gesamtmetall-Vorstand empfiehlt die bundesweite Übernahme des Tarifabschlusses aus Nordrhein-Westfalen. Lesen Sie hier

© 2020 WEITERDENKER.ME - DIE ARBEITGEBER DER METALL- UND ELEKTRO-INDUSTRIE