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Bayerischer Industriemotor stottert

12.03.20, vbm

Brossardt: „Beschäftigungs- und Unternehmenssicherung hat oberste Priorität“

Der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. hat auf die aktuelle und unsichere weitere konjunkturelle Entwicklung hingewiesen und den Verhandlungsstand in der Tarifrunde 2020 bewertet. „Die Lage ist für unsere Unternehmen und für die Beschäftigten ernst. Wir haben dringenden Handlungsbedarf, um unseren Standort sicher durch die Krise zu geleiten. Ein zentraler Baustein für Unternehmenssicherung und damit auch der Beschäftigungssicherung sind unternehmerischer Handlungsspielraum und ein mittelstandsgerechter Abschluss“, kommentiert vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Der Freistaat hat einen hohen Industrieanteil von 27,3 Prozent. Das ist mehr als der bundesweite Durchschnitt von 23,2 Prozent und weit mehr als der Eurozonendurchschnitt von 16,9 Prozent. „Unsere Industrie ist der Motor, der Bayern zu einem erfolgreichen internationalen Standort gemacht hat. Aber dieser Motor stottert. Die Industrie in Bayern und noch viel mehr die M+E Industrie steckt in einer Rezession“, so Brossardt. Seit sieben Quartalen sinkt die Produktion, allein im vergangenen Jahr um über sechs Prozent. Sie liegt wieder auf dem Niveau von 2013. „Besonders betroffen ist die für Bayern wichtige Automobilindustrie mit einem Produktionsminus von 15,5 Prozent im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr. Zusätzlich wird unsere exportstarke M+E Industrie durch das außenwirtschaftliche Umfeld, den Strukturwandel, die Transformation, die Digitalisierung und aktuell durch das Coronavirus belastet. Das Ausmaß, die Tiefe und die Dauer der Auswirkungen sind zudem derzeit nicht abschätzbar“, erklärt Brossardt und fügt hinzu: „Unsere heimische M+E Industrie hat in den vergangenen Jahren zunehmend an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verloren. Dafür war die Lohn- und Tarifpolitik mitentscheidend.“

Zum Stand der Verhandlungen kommentiert der vbm Hauptgeschäftsführer: „Bei den meisten Themen bestehen noch sehr unterschiedliche Auffassungen und die laufende Tarifrunde ist komplex. Die IG Metall wird sich entscheiden müssen, ob sie in Richtung Mindeststandards denkt und damit dem Flächentarifvertrag eine echte Zukunft beschert oder ob sie ihre rechtlich und verbandspolitisch unerfüllbare Forderung nach Eingriffen in die unternehmerische Freiheit aufrechterhält. Das würde die angestrebte Kompromissfindung bis Ostern äußerst schwierig machen“, so Brossardt.
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